Donnerstag, 06. Februar
Nachts ist es kalt.
Aber warm angezogen mit langer Unterhose, Jogginghose, 2 Pullovern und eingekuschelt unter 2 Decken ist es angenehm.
Ich schlafe sehr gut.
Um 8:30 Uhr wache ich auf.
Ausgeschlafen starte ich in den Tag.
Und aktualisiere erstmal mein Tagebuch.
Das Internet funktioniert, ist aber sehr langsam.
Ich beantworte Nachrichten.
Später dusche ich. Das warme Wasser reicht grad so für eine schnelle Dusche.
Anschließend gehe ich rüber zum Restaurant und bestelle Frühstück.
Omelette und Kaffee. Außerdem lasse ich meinen To Go Becher mit grünen Tee auffüllen.
Ich frühstücke in meinem Zimmer.
Und ich presse mir Zitronen in den Tee. Für die Fahrt.
Ich bereite dann noch das Fahrrad vor.
Und befestige meine Flagge neu.
Während der Escorte ist eine meiner Flaggenstangen verloren gegangen.
Ich ersetze sie. Allerdings fehlt mir jetzt die kürzere Stange. Ich lasse sie erstmal weg.
Um 11:45 Uhr bin ich startklar. Ich verabschiede mich von dem netten Hotelbetreiber.
Und fahre los.Um 12 bin ich mit Fahrrad auf dem Karakorum Highway.
Ohne Polizei Escorte!
Bis Sost sind es noch 219 km.
Es ist grandios!
Hier ist der Highway gut ausgebaut.
Und die Strecke ist überwiegend eben.
Bzw. teilweise geht es bergab. Dann wieder ein Stück bergauf.
Aber der Anstieg ist moderat.
Allerdings ist es kalt. Aber mit langer Unterhose+ 2 Hosen, 2 Pullovern und Jacke geht es. Und ich trage erstmals das Halstuch, dass ich von Steve aus Göttingen geschenkt bekommen habe.
Jetzt fehlt mir ein Schal.
Den Schal von Hilal hab ich auf der Farm in Indien eingelagert.
Nach kurzer Zeit komme ich in den eigentlichen Ort Jaglot. Hier kaufe ich in einem Bekleidungsgeschäft einen Schal. Außerdem lasse ich bei einer Motorradwerkstatt eine der Reserve Zeltstangen kürzen. Jetzt hat meine Flagge wieder die richtige Höhe.
Und ich kaufe in einem Schuhgeschäft Schnürsenkel für meine Wanderschuhe. Die sind gerissen. Da es keine einzelnen langen Schnürsenkel gibt, entnimmt der Verkäufer kurzerhand welche von einem Paar Wanderschuhe. Die sind allerdings von minderwertiger Qualität. Aber das ist dann so.
Gegen 14 Uhr verlasse ich Jaglot.
Ich folge dem Karakorum Highway.
Die Berglandschaft ist grandios!
Dieses Gefühl mit dem Fahrrad auf dem höchsten Highway der Welt zu sein ist unbezahlbar!
Aber ich bin nicht richtig fit.
Der wochenlange Durchfall hat mich geschwächt. Und mein linkes Auge schmerzt. Vermutlich hab ich gestern auf der offenen Ladefläche einen Zug bekommen.
Etwa um 14:30 Uhr mache ich an einem Aussichtspunkt eine längere Pause.
Etwa um 16:30 Uhr erreiche ich den kleinen Ort Parri.
Hier ist ein einfaches Hotel.
Beim Chai fage ich nach dem Preis für eine Nacht.
Ein anderer Gast lädt mich dann in sein Haus ein.
Kifayat wohnt ganz in der Nähe.
Zunächst sitzen wir im Garten.
Hier funktioniert Jazz nicht.
Ich bin komplett offline.
Kifayat gibt mir Hotspot.
Dann fährt er erstmal weg. Und holt Essen für uns. Sein Handy lässt er hier.
So hab ich Internet.
Ich beantworte Nachrichten.
Und versuche eine virtuelle Simkarte einzurichten und zu aktivieren.
Für Pakistan ist eine Woche Internet für 4€ verfügbar.
Die Bezahlung klappt per PayPal.
Aber die Aktivierung ist nicht möglich.
Als Kifayat zurück kommt, breche ich es erstmal ab.
Ich werde in einem Raum im Erdgeschoss einquartiert.
Dieser ist mit Teppich ausgelegt. Hier sind mehrere Schlafplätze auf dem Teppich.
Wir essen erstmal. Seine Mutter hat leckeres traditionelles Essen für uns gemacht. Ein Hähnchen Gericht mit Roti.
Später unterhalte ich mich mit Kifayat und seinen Brüdern.
Die Männer sind begeistert von mir.
Um etwa 21:30 Uhr gehen sie nach nebenan.
Ich hab diesen Raum für mich.
Ich kuschel mich unter 2 Decken und schreibe Tagebuch.
Um 22:30 Uhr breche ich die Schreibarbeiten ab. Und schlafe dann.
Etwa um 23 Uhr kommt der Bruder von Kifayat zum schlafen zurück.
Fida und ich trinken einen grünen Tee.
Und unterhalten uns.
Fida sagt, dass der Islam eine Religion des Friedens und der Menschlichkeit ist.
Im islamischen Glauben soll jedes Lebewesen geachtet werden. Gläubige heben sogar vor einer Ameise den Fuß, um nicht drauf zu treten.
Außerdem sollen andere Religionen respektiert werden.
Es gibt allerdings einzelne Extremisten die die Worte des Koran falsch auslegen. Und “ungläubige” töten.
Über diese Einzeltaten wird in den westlichen Medien groß berichtet.
Deshalb glauben die Menschen in Europa der Islam ist schlecht. Und alle Islamisten sind böse.
Außerdem unterhalten wir uns über meine Reise.
Fida gibt mir dann Hotspot.
Ich schreibe einen Facebook post.
Als ich ihn gerade mit ein paar Fotos hochlade, bricht die Verbindung allerdings ab.
Aber das ist dann so.
Etwa ab Mitternacht schlafe ich weiter.
Ich bin heute etwa 25 km gefahren, bzw. hab das Fahrrad bergauf geschoben.
With bicycle on the Karakorum Highway
Thursday, 06 February
It's cold at night.
But dressed warmly with long pants, jogging bottoms, 2 jumpers and snuggled up under 2 blankets, it's pleasant.
I sleep very well.
I wake up at 8.30am.
I start the day well-rested.
I start by updating my diary.
The internet works, but is very slow.
I reply to messages.
Later, I take a shower. The warm water is just enough for a quick shower.
Then I go over to the restaurant and order breakfast.
Omelette and coffee. I also have my to-go cup topped up with green tea.
I have breakfast in my room.
And I squeeze lemons into my tea. For the journey.
Then I prepare the bike.
And reattach my flag.
One of my flag poles got lost during the escort.
I replace it. However, I'm now missing the shorter pole. I leave it out for now.
I'm ready to go at 11.45am. I say goodbye to the nice hotel manager.
At 12 I'm on my bike on the Karakorum Highway.
Without a police escort!
It's still 219 kilometres to Sost.
It's marvellous!
The motorway is well developed here.
And the route is mostly flat.
Some of it is downhill. Then a bit uphill again.
But the ascent is moderate.
However, it is cold. But with long johns + 2 pairs of trousers, 2 jumpers and a jacket, I'm fine. And for the first time I wear the scarf that Steve from Göttingen gave me.
Now I'm missing a scarf.
I have stored Hilal's scarf on the farm in India.
After a short time, I arrive in the actual town of Jaglot. Here I buy a scarf in a clothes shop. I also have one of the spare tent poles shortened at a motorbike repair shop. Now my flag is the right height again.
And I buy laces for my hiking boots in a shoe shop. They are torn. As there are no individual long laces, the shop assistant quickly takes some from a pair of hiking boots. However, they are of inferior quality. But that's the way it is.
I leave Jaglot at around 2 pm.
I follow the Karakorum Highway.
The mountain landscape is magnificent!
The feeling of being on the highest motorway in the world by bike is priceless!
But I'm not really fit.
The weeks of diarrhoea have weakened me. And my left eye hurts. I probably caught a train on the open loading area yesterday.
At about 14:30 I take a long break at a viewpoint.
I reach the small village of Parri at around 16:30.
There is a simple hotel here.
At the chai I ask for the price for one night.
Another guest then invites me into his house.
Kifayat lives nearby.
At first we sit in the garden.
Jazz doesn't work here.
I'm completely offline.
Kifayat gives me Hotspot.
Then he drives away first. And fetches food for us. He leaves his mobile phone here.
So I have internet.
I answer messages.
And try to set up and activate a virtual SIM card.
A week's internet is available for Pakistan for €4.
Payment works via PayPal.
But activation is not possible.
When Kifayat comes back, I call it off for the time being.
I am accommodated in a room on the ground floor.
It is carpeted. There are several places to sleep on the carpet.
We eat first. His mother has prepared a delicious traditional meal for us. A chicken dish with roti.
Later, I chat to Kifayat and his brothers.
The men are delighted with me.
At around 9.30 pm they go next door.
I have this room to myself.
I snuggle up under 2 blankets and write in my diary.
I stop writing at 10.30 pm. And then I sleep.
At around 11pm, Kifayat's brother comes back to sleep.
Fida and I drink a green tea.
And have a chat.
Fida says that Islam is a religion of peace and humanity.
In the Islamic faith, every living being should be respected. Believers even raise their foot in front of an ant to avoid stepping on it.
Other religions should also be respected.
However, there are individual extremists who misinterpret the words of the Koran. And kill "unbelievers".
These individual acts are widely reported in the Western media.
That's why people in Europe believe that Islam is bad. And all Islamists are evil.
We also talk about my trip.
Fida then gives me Hotspot.
I write a Facebook post.
Just as I'm uploading it with a few photos, the connection breaks down.
But that's the way it is.
I go back to sleep around midnight.
I cycled about 25 kilometres today, or rather pushed the bike uphill.
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