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Mit dem Fahrrad auf dem Karakorum Highway! Und wieder Polizei Escorte

Podcast Reisetagebuch Pakistan - 03. Februar 2025
Podcast Reisetagebuch Pakistan - 03. Februar 2025

<Das war der Sonntag

Montag, 03. Februar

Ich schlafe sehr gut in dem sauberen, frisch bezogenem Bett.

Nachts fällt lange der Strom aus.

 

Gegen 8 wache ich auf. Der Strom ist immer noch weg.

Ab 8:10 Uhr schreibe ich Tagebuch.

Um 9:10 Uhr ist mein Tagebuch wieder aktuell.

Ich gehe erstmal duschen. Jetzt gibt es wieder Strom.

Das Wasser ist richtig heiß.

Ich nutze es. Und rasiere mich gründlich.

Später bestelle ich Frühstück aufs Zimmer.

Omelette und Paratha. Dazu Chai.

Dann packe ich meine Sachen zusammen und räume das Zimmer auf.

Außerdem trinke ich meine Zitrone.

Zuletzt erstelle ich noch schnell den Podcast von gestern.

Um 11:30 Uhr bin ich startklar.

Ich verabschiede mich vom Hotel Personal. Und fahre los.

Bis nach Sost sind es laut Google Maps noch 497 km.

Ich bin mit dem Fahrrad auf dem Karakorum Highway! Und tatsächlich ohne Polizei Escorte .

Ich fahre durch eine grandiose Berglandschaft.

Dieses Gefühl von grenzenloser Freiheit ist einfach unbeschreiblich.

Diese wenigen Kilometer, diese kurzen Moment im Glücksrausch...

Ich hätte die Zeit am liebsten angehalten.

Und das, obwohl ich überwiegend bergauf fahre. Bzw. das Fahrrad bergauf schiebe. Und es körperlich sehr anstrengend ist.

Dann, nach etwa 7 km... Polizeikontrolle.

"This area is not safe!"

"We will guide you. For your security "

Also hab ich ab etwa 14:20 Uhr wieder Polizei Escorte.

Diesmal direkt mit Fahrrad im Pickup.

Wie gehabt...alle paar km Fahrzeugwechsel.

Insgesamt werde ich etwa 65 km gefahren.

Heute ist die Escorte recht entspannt.

Trotz der vielen Fahrzeugwechsel.

Die Polizisten laden mein Fahrrad jedesmal sorgsam auf- und ab.

Achten auf mein Gepäck.

Die Berglandschaft wird immer beeindruckender.

Je weiter wir in die Berge fahren, desto weniger Englisch sprechen die eingesetzten Polizisten.

Die Verständigung wird immer schwieriger.

Ich werde bis in den Ort Komila gebracht.

Direkt bis zu einem Hotel.

Das ist mit 4000 Rupies für meine Verhältnisse ziemlich teuer.

Aber ich kann es nur akzeptieren.

Im Nebenzimmer  sind 2 Polizisten als Security untergebracht.

Das ist für mich sehr ungewohnt. Ich bin nicht frei. Als ich später noch mal raus gehe, begleiten sie mich.

Aber auch damit lerne ich zu leben. Ich sehe es als ein weiteres Stück Lebenserfahrung.

Hier in Komila gibt es kaum Touristen.

Alles ist sehr “einfach”

Vieles ist nicht verfügbar.

Selbst Trinkwasser in Flaschen ist schwierig zu bekommen.

Mit den beiden Polizisten neben mir bin ich recht lange unterwegs, um etwas zu essen zu bekommen. Schließlich esse ich Chicken Biryani.

Ab etwa 20:40 Uhr verbringe ich den Rest des Abends in meinem Zimmer.

Ich beantworte Nachrichten.

Und schreibe einen Facebook post.

Dann erstelle ich den Blogeintrag von gestern.

Es wird durch die (trotz WLAN) sehr langsame Internetverbindung.

Um 23:10 Uhr steht der Blogbeitrag.

Ich schreibe dann noch den Tagebucheintrag von heute.

Gegen Mitternacht ist mein Tagebuch wieder aktuell.

Ich beantworte noch kurz Nachrichten.

Ab etwa 0:30 Uhr schlafe ich.

 

Es war ein grandioser Tag!

Ein Wechselbad der Gefühle.

Dieser Tag wird mir immer in Erinnerung bleiben.

 

Anmerkung zur heutigen Escorte:

Auf meine Frage, wie weit ich denn nun escortiert werde, konnte mir keiner richtig Auskunft geben. 10 km (ja, bis zum nächsten Wechsel)

So wie ich das verstanden habe, wohl bis Gilgit (noch etwa 260 km)

Auf meine Frage, warum die Escorte nötig ist, hab ich immer die gleiche Antwort bekommen.

“Security reasons. This area is not safe”

Allerdings kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es eigentlich gar keinen direkten Grund gibt.

Die Regierung (die das ganze ja finanziert, und letztlich in Auftrag gibt)

ist besorgt um meine Sicherheit als allein Reisender. Weil es eine einsame Gegend ist,in der in der Vergangenheit tatsächlich bereits vereinzelt Reisende überfallen wurden.

Weil die Straße auf und ab geht. Viele Kurven, Steinschlaggefahr usw.

Mit anderen Worten…

Mein Gefühl war richtig.

Es werden Gefahren “gesucht” um so einen interessanten Fahrradreisenden wie mich escortieren zu können.

Von Terroranschlägen, wie auf der Seite vom deutschen auswärtigen Amt für diese Gegend vermerkt ist, hab ich tatsächlich noch kein einziges Wort gehört.

Aus meiner Sicht ist die Escorte total übertrieben. Die genannten Gefahren sind für mich keinen Gedanken wert. (Milde ausgedrückt)

Es ist schade, dass ich mit dieser gut gemeinten Escorte um das wahrscheinlich größte Abenteuer meines Lebens gebracht werde.

Trotzdem akzeptiere und respektiere ich es.

Ich versuche, mich damit zu arrangieren.

Es positiv zu sehen.

Und ja…es hilft mir tatsächlich.

Ich komme viel schneller vorran.

Und letztlich werde ich auf Staatskosten gefahren.

Die Escorte mit Fahrrad im Pickup ist auch bei weitem nicht so stressig und anstrengend wie selber fahren mit Motorrad Polizei neben mir.

Damit kann ich leben.

So geht es morgen weiter>

By bike on the Karakorum Highway! And police escort again

<This was Sunday

Monday, 03 February 

I sleep very well in the clean, freshly made bed.

There is a long power cut at night.


I wake up around 8am. The power is still out.

I start writing in my diary at 8.10am.

My diary is up to date again at 9.10am.

I take a shower first. Now there's electricity again.

The water is really hot.

I make use of it. And shave thoroughly.

Later I order breakfast to my room.

Omelette and paratha. With chai.

Then I pack up my things and tidy up the room.

I also drink my lemon.

Finally, I quickly create the podcast from yesterday.

I'm ready to go at 11.30am.

I say goodbye to the hotel staff. And drive off.

According to Google Maps, it's 497 kilometres to Sost.

I'm on the Karakoram Highway by bike! And actually without a police escort.

I cycle through a magnificent mountain landscape.

This feeling of boundless freedom is simply indescribable.

These few kilometres, these brief moments of bliss...

I would have loved to stop time.

Even though I mainly cycle uphill. Or pushing the bike uphill. And it's very physically demanding.

Then, after about 7 kilometres... Police checkpoint.

"This area is not safe!"

"We will guide you. For your security "

So I got police escort again from about 14:20.

This time directly with a bike in the pickup.

As usual... changing vehicles every few kilometres.

In total, I am driven about 65 kilometres.

Today the escort is quite relaxed.

Despite the many vehicle changes.

The policemen carefully load and unload my bike every time.

They look after my luggage.

The mountain landscape becomes more and more impressive.

The further we drive into the mountains, the less English the police officers speak.

Communication becomes increasingly difficult.

I am taken as far as the village of Komila.

Straight to a hotel.

At 4000 rupees, it's pretty expensive by my standards.

But I can only accept it.

There are 2 policemen in the next room as security. 

That's very unusual for me. I'm not free. When I go out again later, they accompany me.

But I'm learning to live with that too. I see it as another piece of life experience.

There are hardly any tourists here in Komila.

Everything is very "simple"

Many things are not available.

Even bottled drinking water is difficult to get.

With the two policemen next to me, I spend quite a long time travelling to get something to eat. Eventually I eat chicken biryani.

From around 8.40pm, I spend the rest of the evening in my room.

I answer messages.

And write a Facebook post.

Then I write yesterday's blog entry.

The internet connection is very slow (despite WLAN).

The blog post is up at 11.10 pm.

I then write today's diary entry.

My diary is up to date again around midnight.

I answer a few messages.

I sleep from around 0.30am.


It's been a marvellous day!

A rollercoaster of emotions.

I will always remember this day.


A note about today's escort:

When I asked how far I would be escorted, nobody could give me any real information. 10 km (yes, until the next changeover) 

As I understood it, probably as far as Gilgit (another 260 kilometres or so)

When I asked why the escort was necessary, I always got the same answer.

"Security reasons. This area is not safe"

However, it is becoming increasingly clear that there is actually no direct reason.

The government (which finances the whole thing and ultimately commissions it)

is concerned about my safety as a solo traveller. Because it's a lonely area where travellers have actually been attacked in the past.

Because the road goes up and down. Lots of bends, risk of falling rocks, etc.

In other words...

My feeling was right.

Dangers are "sought" in order to be able to escort an interesting bike traveller like me.

I haven't actually heard a single word about terrorist attacks, as mentioned on the website of the German Foreign Office for this region.

From my point of view, the escort is totally exaggerated. The dangers mentioned are not worth a thought for me. (To put it mildly)

It's a shame that I'm being robbed of what is probably the greatest adventure of my life with this well-intentioned escort.

Nevertheless, I accept and respect it.

I try to come to terms with it.

To see it in a positive light.

And yes... it actually helps me.

I'm making much faster progress.

And in the end, I get a lift at the state's expense.

The escort with the bike in the pickup is also nowhere near as stressful and exhausting as driving myself with the police motorbike next to me.

I can live with that.

This is how It will continue tomorrow>

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