Dienstag, 04. Februar
Ich schlafe sehr gut in dem sauberen Bett.
Etwa um 7:40 Uhr werde ich geweckt.
Meine Security klopft an der Tür.
Es geht bald weiter.
Ich soll fertig werden!
Ich bin genervt!
Es ist aber gut, dass ich den Tagebucheintrag von gestern schon geschrieben hatte.
Sonst wär ich jetzt wieder in Verzug gekommen.
Wasche mich ganz kurz.
Dann rede ich mit dem Polizisten.
Sage, dass ich keine Escorte brauche.
Aber die Verständigung ist sehr schwierig.
Später kommt sein Vorgesetzter.
Der spricht gut Englisch.
Wir reden sehr vernünftig miteinander.
Und fragt mich direkt, ob ich Security möchte oder nicht. Ich sage, dass ich keine Security benötige.
Das ist in Ordnung.
Ich soll jetzt noch mit Security frühstücken gehen.
Dann kann ich alleine ohne Escorte weiter fahren.
Das passt!
Ich gehe mit dem Polizisten rüber ins Restaurant.
Heute ist es deutlich kälter.
Zum Frühstück trinke ich aber nur einen grünen Tee. Omelette kann ich nicht schon wieder essen.
Anschließend packe ich meine Sachen zusammen. Checke aus. Und verabschiede mich von den Polizisten.
Etwa um 10 fahr ich los.
Aber… nur wenige Minuten später, als ich am Ortsausgang von Komila gerade Fotos mache, kommt das Polizeiauto, dass mich abholen soll.
Aus Sicherheitsgründen benötige ich doch eine Escorte!
Ich bin enttäuscht und traurig.
Aber mir ist klar, dass es nichts bringt mit den Polizisten zu diskutieren.
Sie sind super nett und hilfsbereit.
Und machen ja letztlich nur ihren Job.
Ich nehme mir vor, es positiv zu sehen.
So komme ich ja viel schneller vorran.
Und das sogar auf Staatskosten.
Also laden wir das Fahrrad auf. Und ich werde von der Polizei in Richtung Gilgit gefahren.
Es wird ein fast entspannter Escorte Tag.
Wie gehabt, ist alle paar km Fahrzeugwechsel.
Auch heute behandeln die Beamten mein Fahrrad gut. Nur einmal reißt während der Fahrt der Halter ab.
Aber damit kann ich leben.
Ich denke mir nur, wie gut, dass ich so ein altes und robustes Fahrrad habe.
Es leidet doch ganz schön.
Besonders, weil der Karakorum Highway teilweise nur eine Schotterpiste ist.
Die Berglandschaft wird immer grandioser!
Aber hier sind überall Warnschilder vor Steinschlägen.
Das ist laut den Polizisten auch einer der Gründe, warum ich hier nicht alleine fahren darf.
Die herabgefallenden Steine die am Straßenrand liegen, sind teilweise richtig groß!
Und tatsächlich wär hier über viele Kilometer keine Möglichkeit zum Zelten gewesen.
Auf der einen Seite hohe Berge, von denen Steine runter fallen. Auf der anderen Seite geht es direkt neben der Fahrbahn sehr tief runter.
Das hätte es mir sehr schwer gemacht.
Auch wenn ich aus Erfahrung niemals unter einem Berg zelten würde, von dem Steine runter fallen, und ich auch sonst keine Angst habe…
Diese Escorte ist das Beste was mir passieren kann. Ich werde sie jetzt akzeptieren.
Das macht es für die Polizisten und auch für mich leichter und entspannter.
Etwa um 11:20 Uhr stoppen wir.
Die Straße ist blockiert.
Ich vermute, wegen Lawinen.
Ungeplant stehen wir sehr lange!
An dieser Stelle ist zufällig das Basislager einer Chinesischen Firma, die hier einen Staudamm baut.
Ich komme mit einem der Chinesen ins Gespräch.
Ich erwähne, dass ich in China mein Fahrrad per Kurierdienst verschicken möchte.
Er sagt, dass es in Soest einen Kurierdienst gibt, der unter anderem Fahrräder nach China verschickt.
Ich kann ja mit dem Reden. Und als Zielort zum Beispiel Peking angeben.
Das ist eine gute Idee!
Ein Tipp, der mir wirklich hilft.
Gegen 13 Uhr ist die Fahrbahn wieder frei.
Es dauert dann noch eine Weile, bis der nächste Pickup für mich kommt. Und wir nach dem Wechsel weiter fahren.
Hier ist der Highway Stellenweise nur eine unbefestigte Bergstraße.
Etwa um 15 Uhr machen wir eine kurze Mittagspause bei einem einfachen Restaurant.
Es gibt ein Mutton Gericht mit Roti.
Der letzte Transport ist bereits im Dunkeln auf offener Ladefläche.
Etwa um 18 Uhr erreichen wir die Polizeistation in dem kleinen Ort Thore. Hier kann ich übernachten.
Zuerst wird mir ein leerer Raum zugewiesen, in dem ich mein Zelt aufbauen kann.
Mein Internet funktioniert hier in den Bergen nicht. Jazz hat hier kein Netz.
Einer der Polizisten gibt mir den Tipp, zu einem Anbieter zu wechseln, der hier Netzabdeckung hat.
Ich fahre dann mit 2 sehr netten Polizisten in den Ort , um eine Simkarte zu kaufen. Und zum Essen.
Der Shop hat keine Simkarten mehr.
Erst morgen früh wieder.
In einem einfachen Restaurant essen wir Dinner. Es gibt ein Rindfleisch Gericht.
Dazu Roti. Und auf meinen Wunsch Salat. Gurken und Zwiebeln mit Zitronen.
Die presse ich in meinen grünen Tee.
Ich lade die Polizisten ein.
Insgesamt bezahle ich für uns drei 1000 Rupies.
Außerdem möchte ich Trinkwasser kaufen.
Im Restaurant gibt es aber kein Flaschen Wasser. Das ist hier nicht üblich
Wir fahren dann zu mehreren Geschäften.
Im Ort treffen wir den Polizeichef von Thore.
Er bietet mir an, dass ich in einem beheizten Raum im Bett schlafen kann.
Erst der letzte Shop hat FlaschenWasser.
Ich kaufe gleich 2 Flaschen.
Als wir zurück in der Polizei Station sind, ziehe ich erstmal um. Dieser Raum mit 3 Betten und eigenem Bad hat einen Holzofen und ist mit Teppich ausgelegt.
Ich hab ihn heute Nacht für mich alleine.
Das passt.
Erstmal sitze ich noch mit den Polizisten zusammen.
Einer gibt mir Hotspot.
Jetzt bin ich wieder online. Das Internet ist aber sehr langsam.
Es reicht gerade so, um einen Facebook Update post ohne Fotos zu schreiben. Das abschicken klappt aber erst nach mehreren Versuchen.
Nachrichten oder Facebook Kommentare zu beantworten,
Ist nicht möglich.
Meinen Blog kann ich auch nicht aktualisieren.
Shoaib hat mir das Video von meinem Interview gesendet. Ich kann es aber nicht ansehen.
Das ist dann so.
Zumindest klappt die Veröffentlichung auf meinem Facebook Profil irgendwann.
Später verabschieden die Polizisten sich.
Ich schreibe dann noch den Tagebucheintrag von heute.
Um 23:15 werde ich müde. Ich breche die Schreibarbeiten ab.
Es war doch ein anstrengender Tag.
Ich mach das Handy aus.
Und schlafe dann.
Insgesamt wurde ich von der Polizei Escorte etwa 105 km gefahren.
Police escort
Tuesday, 04 February
I sleep very well in the clean bed.
I'm woken up at around 7.40am.
My security knocks on the door.
It's going on soon.
I'm supposed to finish!
I'm annoyed!
But it's a good thing I'd already written yesterday's diary entry.
Otherwise I would have been behind schedule again.
I have a quick wash.
Then I talk to the policeman.
Say that I don't need an escort.
But communication is very difficult.
His superior arrives later.
He speaks good English.
We talk very reasonably with each other.
He asks me directly whether I want security or not. I say that I don't need security.
That's fine.
He wants me to have breakfast with security.
Then I can drive on alone without an escort.
That's fine!
I go over to the restaurant with the policeman.
It's much colder today.
But I only have a green tea for breakfast. I can't eat omelettes again.
Then I pack up my things. Check out. And say goodbye to the policemen.
I leave at around 10.
But... just a few minutes later, as I'm taking photos on the outskirts of Komila, the police car arrives to pick me up.
For security reasons, I need an escort after all!
I am disappointed and sad.
But I realise that there's no point arguing with the police.
They are super nice and helpful.
After all, they're just doing their job.
I resolve to look on the bright side.
That way I'll get on much faster.
And even at the state's expense.
So we load up the bike. And I'm driven towards Gilgit by the police.
It's an almost relaxed escort day.
As usual, we change vehicles every few kilometres.
The officers treat my bike well today too. Only once does the holder break off during the journey.
But I can live with that.
I just think to myself how good it is that I have such an old and robust bike.
It suffers quite a bit.
Especially because the Karakorum Highway is partly just a gravel track.
The mountain scenery gets more and more magnificent!
But there are warning signs everywhere about falling rocks.
According to the policemen, that's one of the reasons why I'm not allowed to drive here alone.
Some of the falling rocks on the roadside are really big!
And in fact there would have been no possibility of camping here for many kilometres.
On one side, there are high mountains from which stones fall down. On the other side, there is a very deep drop right next to the carriageway.
That would have made it very difficult for me.
Even though, from experience, I would never camp under a mountain with rocks falling from it, and I'm not afraid of anything else...
This escort is the best thing that could have happened to me. I will accept it now.
It makes it easier and more relaxed for the police officers and for me too.
We stop at around 11.20am.
The road is blocked.
I assume because of avalanches.
Unplanned, we're parked for a very long time!
This happens to be the base camp of a Chinese company that is building a dam here.
I strike up a conversation with one of the Chinese.
I mention that I would like to send my bike by courier in China.
He says that there is a courier service in Soest that sends bicycles to China, among other things.
I can talk to him. And specify Beijing as the destination, for example.
That's a good idea!
A tip that really helps me.
The carriageway is clear again around 1 pm.
It then takes a while before the next pick-up arrives for me. And we drive on after the change.
In places, the motorway here is just an unpaved mountain road.
At around 3 p.m. we take a short lunch break at a simple restaurant.
We have a Mutton dish with roti.
The last transport is already in the dark on an open loading area.
We reach the police station in the small village of Thore at around 6 pm. I can spend the night here.
First of all, I am allocated an empty room where I can pitch my tent.
My internet doesn't work here in the mountains. Jazz has no network here.
One of the policemen gives me the tip to switch to a provider that has network coverage here.
I then drive into town with 2 very nice policemen to buy a SIM card. And to eat.
The shop has run out of SIM cards.
Not again until tomorrow morning.
We have dinner in a simple restaurant. We have a beef dish.
Served with roti. And a salad at my request. Cucumbers and onions with lemons.
I squeeze them into my green tea.
I invite the policemen.
I pay a total of 1000 rupees for the three of us.
I also want to buy some drinking water.
But there is no bottled water in the restaurant. That's not usual here
We then drive to several shops.
In the village we meet the police chief of Thore.
He offers me the chance to sleep in a heated room.
Only the last shop has bottled water.
I buy 2 bottles straight away.
When we get back to the police station, I move into a new room. This room with 3 beds and its own bathroom has a wood-burning stove and is carpeted.
I have it to myself tonight.
That suits me.
First I sit with the police officers.
One of them gives me a hotspot.
Now I'm online again. But the internet is very slow.
It's just enough to write a Facebook update post without photos. But it takes several attempts to send it.
Replying to messages or Facebook comments,
is not possible.
I can't update my blog either.
Shoaib has sent me the video of my interview. But I can't watch it.
That's the way it is.
At least the publication on my Facebook profile works at some point.
Later, the police officers say goodbye.
I then write today's diary entry.
I get tired at 23:15. I stop writing.
It's been an exhausting day after all.
I switch off my mobile phone.
And then sleep.
The police escort drove me a total of about 105 kilometres.
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